Tourenberichte

16.09. bis 23.09.2006 - In den Dolomiten - eine Woche Urlaub mit tollen Kurven

Mit einem Vorlauf von fast einem Jahr war die Tour geplant. Uli vom Stammtisch Münsterland hatte diese tolle Idee;

ich war, wie viele Mitfahrer, schnell gewonnen. Meine erste Alpentour. Super. Alle Ansätze zu einer Tour zu einem frühern Zeitpunkt waren gescheitert, eine geplante Reise im Juni mit einem Arbeitskollegen viel wegen gestrichenem Urlaub aus.

Ich war gespannt wie das klappt.

Quartier für die Truppe von 18 Leuten war in der Pension Schmung auf der Seiser Alm gebucht. Ein kleines und feines Haus mit nur 2 Sternen (das sicherlich noch einen weiteren verdient hätte). Das Zimmer habe ich mir mit Frank geteilt, es war geräumig und gemütlich eingerichtet, mit einem riesigen Bad. Jeden Tag wurde sauber gemacht, ein Service, wie im Hotel. Gebucht hatten wir Halbpension. Das Frühstück war reichlich auf normalem Niveau, das Abendessen für meine Figur unzuträglich, denn Salat, Vor-, Haupt- und Nachspeise und das ein oder andere Getränk haben ihrer Spuren hinterlassen.

Das Wetter war in der Woche einfach toll, wenn wir auch auf der Anreise und am ersten Tag ein wenig Regen abbekommen haben (Fahrzeit um eine Stunde insgesamt, also zu vernachlässigen).

Die Woche verging wie im Flug, ich habe die Tage genutzt und habe mich schwindelig gefahren. Andere habe auch mal einen Ruhr- und Wandertag eingelegt. Dank der harmonischen Gruppe alles kein Problem.

Gefahren wurde immer in 2 Gruppen, so dass die 12 Motorräder gut zu führen waren. Dank an die Guides Erika, Uli und Uwe für ihrer Arbeit. Uli hatte im Vorfeld schöne Touren ausgearbeitet, die Uwe mit dem einigen Tipps noch ergänzen konnte. Leider konnten wir nicht alle abfahren, denn Baustellen und andere Dinge -kleine Speiseeistour von Erika- ließen die Zeit schnell schwinden.

Der Tagesablauf war ‘streng’ geregelt: Frühstück zwischen 0730 und 0800, sammeln und Motorräder startklar machen -zumindest für die die eine Tour machten-, Abfahrt zwischen 0900 und 1000, Tour, Ankunft zwischen 1600 und 1855, duschen -wenn noch Zeit-, 1900 Abendessen und Beisammensein, zwischen 2100 und 2400+xx Nachtruhe.
Man sieht, der Tag war genau verplant; in meinem Buch, das ich für Musestunden mitgenommen hatte, bin ich bis auf Seite 4 gekommen *lach*. Langeweile ist nicht aufgekommen.

Zusammenfassung: eine super tolle Woche mit einer tollen Truppe. Ich kann mich bei allen Teilnehmern und unserer Wirtin Helga nur für diese schöne Woche bedanken.

Die eigenen Bilder sind ergänzt um Bilder von Berthold, Frank und Hajo.

Die Bilder der Unterkunft sind hier abgelegt. Ein paar zusätzliche Bilder für die Teilnehmer sind hier versteckt; Passwort bitte per Mail anfordern.

Diese Pässe haben wir befahren: Timmelsjoch, Jaufenpass, Grödnerjoch, Passo di Campolongo, Pordoijoch, Sellajoch, Karerpass, Nigerpass, Ritten, Penserjoch, Passo di Fedaja, Passo Giau, Passo di Fálzarego, Passo Valparola, Lavazéjoch, Mendelpass, Gampenjoch. Passo Tri Croci, Drei Zinnen


Infos zu den einzelnen Tagen:

16.09.2006 (Anreise)

17.09.2006 (die Sellarunde) - 18.09.2006 (Ritten -Sarntal - Penserjoch - Lüsenertal) - 19.09.2006 (Tag der unterschiedlichen Wege) - 20.09.2006 (zur Marmolada) - 21.09.2006 (rund um Bozen) - 22.09.2006 (eine letzte Runde)

23.09.2006 (Rückreise)

GPS-Dateien


16.09.2006 - Tag der Anreise.

Uli ist mit einem Teil der Truppe mit dem Autoreisezug nach München gefahren und will mich in Sölden abholen. Am Tag zuvor ist das Wetter schlechter geworden, im Süden hat es mächtig geregnet und der Blick aus dem Fenster zeigt das Timmelsjoch nicht mehr. Der Passo Rombo ist weg, nur eine riesige dichte Wolke ist zu sehen. Na kommen sie durchs Ötztal oder nehmen sie doch die alternative Route über den Brenner?
Dann der Anruf: wir sind zwischen 1200 und 1300 an der Tankstelle in Sölden, nein Kaffee/Kuchen wollen sie nicht mehr einnehmen, es soll sofort weiter gehen. Noch der Hinweis, dass Claudia und Wolle uns dort ebenfalls treffen wollen, denn die beiden sind mit dem Motorrad durch den Schwarzwald in mehreren Tagen hierhin unterwegs.

Ich belade den Bären mit viel zu vielen Sachen und bin um 1200 an der Tanke. Claudia und Wolle sind auch gerade eingetroffen und wir warten auf die Zugreisenden. Das Warten zieht sich, dann um 1430 treffen sie endlich ein. Die geplante Strecke um den Kochelsee ist am Samstag für Motorradfahrer gesperrt, ja jetzt erinnere ich mich, dies schon mal gehört zu haben. Der Umweg über die Autobahn führte natürlich in einen Stau.

Nun ist das Wetter auch wieder besser, die Wolken sind aufgerissen und die Sonne ist da. Um 1445 geht es in der 2. Gruppe für mich los *freu*. Ich fahre schön hinterher, die Anderen nicht zu behindern und ein paar Videosequenzen zu drehen.

TimmelsjochDie Route geht über das Timmelsjoch und den Jaufenpass zur Seiser Alm. Die Strecke ist für mich ein Erlebnis, die Aussicht nicht zu beschreiben oder im Video einzufangen.

Nachdem wir angekommen sind, die Motorräder in die Doppelgarage verstaut und unser Zimmer bezogen hatten geht des nach einem Umweg durch die Dusche zum gemütlichen Teil und zur Planung der kommenden Tage über.

Ein schöner Anfang ist gemacht.

 

Bilder gibt es hier.

Tourkarte

 

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17.09.2006 - 2. Tag - die Sellarunde

Heute wird es ernst, die erste Kurventour ist angesagt.

Nach dem Frühstück geht es in 2 Gruppen um 1000 los. Es stehen runde 160 km auf dem Programm. Es geht rund um den Sella mit einem Abstecher auf das Sellajoch über 5 Pässe.

Das Grödnerjoch von Westen hoch war schon imponierend, die 8° am Refugio auf dem Joch auch. Der Passo Compolongo fährt sich ehr unspektakulär. Ab Arabba war unsere Gruppe alleine unterwegs, denn am Treffpunkt zum Cappuccino haben wir die andere Gruppe nicht gefunden.

Die Auffahrt zum Pordoijoch hatte wieder viele schöne Kurven und Kehren zu bieten. Auf dem Weg zu Passhöhe machen wir in einem kleinen Restaurant dann Pause und lassen uns den verpassten Cappu schmecken. Bis dahin war das Wetter ganz ok, aber während der Pause holen uns die Wolken ein und es beginnt zu regnen. Also ab in die Regenkombis, allerdings nur für eine kurze Zeit. Am Sellajoch nix wie raus aus den Sachen, denn der Regen ist wieder verschwunden. Es war übrigens das einzige Mal, das wir in die Regenausrüstung fliehen mussten.

Weiter geht es über den Karer- und Nigerpass zurück zur Alm.

Ein erstes Bier ist hier fällig, nachdem die Motorräder wieder vollgetankt in der Garage gelandet sind. Dann ab in die Dusche.

Da der Tag noch jung ist, geht es zu einem kleinen Spaziergang auf die Alm. Der Abend klingt mit einem guten Essen und vielen Gesprächen aus.

Bilder gibt es hier.

Tourkarte

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18.09.2006 - 3. Tag - Ritten -Sarntal - Penserjoch - Lüsenertal

Der Tag verspricht schön zu werden, die Sonne illuminiert den Schlern in schönen Farben.
Die Tour soll über den Ritten durch das Sarntal zum Penserjoch gehen und dann durch das Lüsenertal zurück zur Alm. Uwe empfiehlt die Tour in umgekehrter Richtung und eine Alm bei Plancios zur ersten Rast.
Auf Experten soll man hören, also geht es anderes herum los.

Bevor wir abfahren ist erst noch mal Schrauben angesagt, die Kette bei Sabine ist zu locker. Die anwesenden Werkstattprofis packen die Werkzeugkiste aus und in kürzester Zeit sitzt die Kette wie angegossen und es kann los gehen.

Wieder in 2 Gruppen starten wir um 0930 Richtung Brixen. Am Morgen geht es noch ziemlich zügig durch die Stadt und dann auf kleine Straßen nach Plancios. Die Wegbeschreibung lockt uns einen Abzweig zu früh nach links, bald geht es nicht mehr weiter; umkehren. Auf dem Weg hierher hatte ein schneller schwarzer Fiat wohl die Geschwindigkeit und die Straßenbreite unterschätzt, der junge Bursche hinter dem Steuer wurde ganz schön blass, als er nur wenige Zentimeter an dem Motorrad von Dieter und Heike vorbeigeschossen ist. Uns ist der Schreck in die Glieder gefahren.

An dem richtigen Abzweig geht es mächtig bergauf, und wir fahren auch noch weiter als eigentlich nichts mehr geht. Diesmal trifft die Beschreibung zu und wir finden ein schönes Gasthaus mit einer grandiosen Aussicht. Pause und Cappuccino trinken steht nun auf dem Programm.

Dann geht es wieder Richtung Würzjoch, wir biegen allerdings in das Lüsenertal ab. Gut das der Verkehr so gering ist und wir das Tal für uns haben. Ein PKW oder gar einen LKW von vorne können wir nicht gebrauchen; der Platz für uns beide fehlt einfach. Toll sind auch die vielen Holzbrücken, jedes Mal, wenn mein Vorfahrer über die Brücke fährt springen die Holzbohlen hoch, ein etwas gewöhnungsbedürftiges Geräusch und Gefühl. Aber das Tal ist wirklich schön.

Wieder kommen wir nach Brixen und es geht an der Fanzenfeste vorbei nach Mauls. Hier machen wir eine Pause und essen eine Kleinigkeit.

Weiter geht es über Sterzing zum Penserjoch. Im vorbeifahren sehe ich ein grosses gelbes Schild mit dem Hinweis auf Asphaltierungsarbeiten ohne den genauen Text lesen zu können. Dann ein paar Baustellenampeln, LKW’s mit Asphalt die nur mit Mühe zu überholen sind, leere LKW’s kommen uns entgegen. Hinweise anderer Motorradfahrer auf eine Straßensperre nehmen wir zur Kenntnis und weiter geht es. Nach einem langen Stück durch Schotter ist die Straße wieder da, sind doch durchgekommen, dachten wir.
Dann kommt uns die erste Gruppe entgegen, weiter oben geht es wirklich nicht weiter, kein durchkommen, also alles zurück und Rücksturz zur Alm.

Die Tour können wir zwar nicht wie geplant abfahren, der Rückweg durch Brixen ist eine Quälerei, aber dennoch eine gelungene Veranstaltung, die bei dem ein und anderen Bier / Wein ausklingt.

Bilder gibt es hier.

Tourkarte

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19.09.2006 - 4. Tag - Tag der unterschiedlichen Wege

Heute sind die Interessen sehr unterschiedlich.
Ein Teil will einen Ruhetag machen und auf der Alm ein wenig spazieren gehen und faulenzen.
Erika hat sich in den Kopf gesetzt in Belluno, der Urzelle der Eisproduzenten, Eis zu essen. Knappe 400 km an einem Tag, ganz schön heftig. Das ist mir zu viel.

Ich habe mich entschlossen über den Ritten und das Sarntal einen Teil der Tour vom Vortag noch zu fahren und das Penserjoch von der südlichen Seite zu erobern. Berthold will mitfahren, muss jedoch zunächst die Birne am Motorrad tauschen. Das Unterfangen war schwieriger als erwartet, denn der Stecker war verkohlt. Mit viel Liebe, Geduld und einem Seitenschneider wird der Plastikblock zerschnitten, die Klemmen herausgepult und auf den Lampensockel gesetzt. Isolierband sorge für den nötigen Abstand und die Birne brennt wieder.

Dann geht es los, über Waidbruck auf den Ritten, über kleine und kleinste Sträßchen. Ein Auto passt durch und kein Fahrrad mehr. Gegenverkehr ist spannend. Da hilft es nur eine der wenigen Ausbuchtungen aufzusuchen.
Wir haben Glück und kommen ohne den Rückwärtsgang durch die engen Stellen. Die Aussicht ist einfach toll, die Abfahrt ins Sarntal geht über viele Kurven und Kehren.

Das Sarntal selber ist recht unspektakulär, die Auffahrt zur Jochhöhe wird wieder interessanter. Einige niederländische Oldtimer haben sich für die gleiche Strecke entschieden und bieten einen schönen Anblick.

Das Restaurant auf der Passhöhe ist geschlossen ebenso wie die Abfahrt, denn es wird immer noch asphaltiert. Lediglich in der Mittagszeit war das Joch eine Stunde geöffnet, aber der Weg runter und über den Jaufenpass und Meran zurück ist uns zu weit. So kehrten wir nach einem ausgiebigen Rundblick -begleitet von einem ordentlichen Wind und nicht zu üppigen Temperaturen- wieder zurück ins Sarntal, nicht ohne an einer kleinen unscheinbaren Bar einen leckeren Cappuccino und ein Stück warmen Apfelstrudel mit Sahne zu einem mehr als fairen Preis zu genießen.

Weiter geht es in Richtung Bozen durch diverse Tunnel um dann am Rande von Bozen wieder Richtung Ritten zu fahren. Einen kleinen Umweg müssen wir in Bozen machen und das kleine runde rot-weiße Schild hatte ich missachtet. Die dann folgende Brücke mit einem Durchlass kaum höher als ein Kleinwagen sorgte für Spannung, aber den Kopf einziehen hilft, wir kommen durch und finden den Weg raus aus Bozen.

Über den Ritten geht es zurück zur Alm.

Unsere Eisesser treffen um 1855 pünktlich zum Abendessen ein, der Abend wurde für sie nicht mehr all zu lang, gegen 2100 verschwinden die ersten Genießer Richtung Bett, ausruhen für den kommenden Tag ist angesagt.

Bilder gibt es hier.

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20.09.2006 - 4. Tag - zur Marmolada

Das Wetter ist einfach super, wir wollen zur Marmolada und hier die Aussicht bewundern.

In zwei Gruppen geht es gegen 0930 los. Zunächst einmal auf der schon bekannten Strecke zum Niger- und Karerpass, nur dieses Mal anders herum. Neue Eindrücke sind hier zu gewinnen.

Am Passo di Fedája geht es über die Staumauer des Sees auf die Seite zur Marmolada. Kurz hinter der Staumauer führt das Sträßchen über einige sehr enge und spitze Kehren hoch zu einer kleinen Hütte direkt an der Skipiste, die trotz ihres Gerölls als Parkplatz für die Motorräder herhalten muss. Dann eine kurze Pause mit einer kleinen Stärkung in der warmen Sonne. Hier könnte ich noch ein Weilchen ausharren, dachte ich so bei mir, aber dann geht es weiter, denn wir haben noch ein volles Programm.

Nach einer schönen Fahrt mit vielen Kehren und Kurven erreichten wir den Passo Giau. Der Rundblick ist überwältigend. Hier wünschte ich mir ein Superweitwinkelobjektiv um den ganzen Blick einfangen zu können. Einfach phantastisch. Auf der Terrasse des Restaurants nehmen wir eine zünftige Jause ein, dann riefen die Motorräder zur Weiterfahrt.

Über den Passo Falzárego und den Valparole geht es zum bekannten Grödnerjoch. Dann weiter über St. Ulrich und Wolkenstein (wieder durch diese blöde Baustelle) zurück nach Kastelruth (ohne Besuch bei den örtlichen Spatzen *lach*) und weiter zur Alm.

Der Abend nimmt seinen zwischenzeitlich gewohnten Gang, leckeres Essen, gute Getränke, viel lachen und schwätzen machen uns schließlich müde und reif für die Nachtruhe in Erwartung neuer Abenteuer

Bilder gibt es hier.

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21.09.2006 - 6. Tag - rund um Bozen

Das Wetter verspricht einen schönen Tag, also will ich wieder raus in die Sonne.
Mit Erika als Guide geht es flott durch die Kehren. Der Weg zum Lavazéjoch führt vor Bozen nach Oberbirchaubruck über die SS241 durch beeindruckende und auch beengende Schluchten. Ich lerne auf dem Weg flott zu überholen und muss feststellen, dass die durchgezogene weiße Linie auf der Straße nur dazu dient um die Straßenhälften besser auseinander zu halten *lach*,

Bei der Pause am Lavazéjoch bemühen wir ums um Getränke in einem Hotel. Hier stören wir die Wirtin am frühen Vormittag wohl in wichtigen Tätigkeiten, entsprechen freundlich wurden wir aufgenommen, aber der Cappuccino kam dann doch. Die Bahnfahrer treffen mit eingeschränkter Freude auf einen Trupp Motorradfahrer, die sie schon aus dem Autoreisezug ab Düsseldorf kennen. Der Platz war nicht sehr groß, so dass der Trupp schnell wieder abrückt.

Für uns heißt es dann auch aufbrechen und es geht nach Altrei, einem kleinen Dorf in Nationalpark Monte Corno. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Das Dorf ist nur auf verwunschenen Wegen zu erreichen, so dass die Hektik der Zeit hier noch nicht angekommen ist. An mancher Stelle komme ich ganz schön ins schwitzen, anfahren bei rund 18° Steigung und sofort eine 160°-Rechtskehre und einer Fahrbahnbreite von knapp 3 Metern habe ich auch noch nicht geübt. Aber es geht alles gut und es macht Spaß hier zu fahren. Kurze Besichtigung im Ort und weiter zum Kalterer See.

Hier stellen wir uns auf den einzigen Parkplatz den wir finden können. Prompt taucht ein Raubritter auf und stellt uns vor die Wahl: in die Restauration (haben wir ohnehin vor, da wir uns hier mit der zweiten Gruppe treffen wollen) oder 5 € Gebühr pro Bike. Finde ich ganz schön unverschämt.
Im Hotel stellen wir dann fest, dass die andere Gruppe bereits bei Kaffee und Kuchen sitzt, sie haben wohl einen anderen Weg genommen und uns überholt.

Nach einer Stärkung mit Kuchen oder Speck geht es den Mendelpass hinauf. Wohl zum letzten Mal, denn unsere Wirtin berichtete, dass der Pass noch in diesem Jahr für Motorradfahrer gesperrt werden soll. Schade, denn er ist toll zu fahren mit vielen schönen Kurven. Über das Gampenjoch geht es weiter nach Norden, an Bozen vorbei um dann wieder auf Bozen zuzufahren. Der 360°- Kehren-Tunnel und die anschließende Brücke kurz vor Bozen haben schon was. Ohne Ankündigung geht es in den Tunnel und die Kurve hören überhaupt nicht mehr auch. Tolles Erlebnis. Die Leitplanken in der Tunnelmitte sind wohl nicht umsonst installiert.

Von Bozen geht es durch viele Tunnel ins Sarntal und weiter über den Ritten zurück zur Alm.
Auf den engen Straßen am Ritten ist vor uns auf ein mal ein Sattelzug. Ich glaubte es nicht, auf diesen engen Gassen mit so einem großen Teil. Und dann setzt der auch noch vor einer 100°Kurve zurück, da von vorne ein Sprinter kommt und er gerade an einer Ausweiche vorbeigefahren war. Gut das die Straße nicht abschüssig ist, so können wir mit den Motorrädern zurück kullern. Es wäre leichter gegangen, wenn der Opa mit Hut in seiner Mercedes-Limousine den Rückwärtsgang gefunden und beherzt zurückgesetzt hätte. Mit viel Mühen hat alles geklappt, der Sprinter konnte vorbei. Also dann jedoch ein Linienbus kommt, sieht der LKW-Fahrer wohl ein, dass es nicht sinnvoll ist, weiter zurückzufahren. Also stopp. Das ist die Gelegenheit an LKW und Bus vorbeizufahren, der Platz reichte so gerade aus.

Auf diesen Schreck brauchte ich auf der Alm erst mal ein kühles Bier.
Der Abend geht, wie die vorherigen, mit gutem Essen und Gesprächen bei dem ein und anderen Bierchen oder Wein viel zu schnell um.

Bilder gibt es hier.

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22.09.2006 - 7. Tag - eine letzte Runde

Der Urlaub neigt sich dem Ende entgegen, wir haben bei bestem Wetter die letzte Chance in diesem Jahr hier noch eine Runde zu drehen.

So bricht Uwe mit vier weiteren Motorrädern im Schlepp auf um über bekannte Pässe die Drei Zinnen zu erobern und zum Refugio Auronzo zu fahren.

Vorbei geht es an Baustellen oder auch hindurch, Schotterstücke sorgen für die nötige Spannung. Kurven und Kehren gibt es im Überfluss. Vom Largo di Misurina aus können wir unser Ziel schon sehen. Wo will uns Uwe hinführen? Zu so einer kleinen Hütte? Das letzte Stück geht über eine Mautstraße hinauf, die vor einer Felswand endet.Mautschein

Voll ist es hier oben, das letzte halbwegs gerade Stück Erde ist als Parkplatz genutzt, viele Leute nuten den Ort um in den Bergen zu wandern. In den Felsen sind noch die Schiessscharten aus dem ersten Weltkrieg zu sehen, es soll dahinter auch noch Tunnelsysteme geben, die wir allerdings nicht erkundet haben.

Die Aussicht am Refugio ist überwältigend, hier könnte ich noch Stunden aushalten.
Die Zwischenmahlzeit in der Hütte, die aus der Nähe betrachtet doch beeindruckende Ausmaße hat, kommt nicht bei allen gut an. Die Preise entsprechen der Lage der Hütte - 2320 m über dem Meeresspiegel. Die Mitfahrer, die sich auf Kuchen konzentriert haben, sind voll des Lobes, Heike und Dieter, die sich ein Mittagessen gegönnt haben, nehmen heute sicherlich nicht zu *lach*.
Nach dem Essen geht es wieder nach draußen, die Sonne genießen und Siesta halten. Die Augen zu schließen ist ob es Ausblicks viel zu schade.

Dann geht es weiter. Einen kleinen Schlenker bringt uns auf der Rückfahrt von Norden nach Contina D’Ampezzo, eine sehr quirlige Stadt, nix wie durch.

Unterwegs stellt Uwe fest, dass sein Scheinwerfer den Geist aufgegeben hat und ein Tausch der Birne erforderlich ist. Wir nehmen den geraden Weg zurück zur Alm, damit die Instandsetzung in Ruhe durchgeführt werden kann.

Mir ist ganz schwindelig von den vielen Kurven und Kehren und ganz schummerig von dem ewigen auf und ab *lach* ein toller Abschluss.

An der Pension können wir sehen, dass die Daheimgebliebenen nicht nur gefaulenzt haben, 3 Motorräder sind schon für die Rückfahrt auf die Hänger verzurrt.

Nach einem Bier ab auf das Zimmer, duschen und die Sachen zusammenpacken. Irgendwie habe ich den Eindruck, ich habe mehr Sachen mitzunehmen als ich mitgebracht habe. Na den Rest packe ich morgen ein, jetzt geht es zum Abendessen und einem letzten gemütlichen Abend.

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23.09.2006 - 8. Tag - der Urlaub ist zu Ende - die Rückfahrt

Zur nachtschlafenden Zeit brechen unsere Autofahrer mit ihren Hängern auf, sie wollen in einem Rutsch nach Hause.
Bei den anderen macht sich auch der Stalltrieb breit, so sind viele schon beim Frühstück und dann auch schon im Motorradfahrergewand. Nach dem Frühstück packe ich die restlichen Dinge ein und verstaue und verschnüre sie an dem dicken Bären, der sich in der Woche gut gehalten hat *freu*:

Die Rückfahrt erfolgt in zwei Gruppen: Uli will mit der großen Gruppe über die alte Brennerstraße um dann gemütlich nach München zu gondeln, Erika, Uwe und ich machen noch ein paar Kurven und fahren über den Ritten und das Timmelsjoch nach Sölden, Erika und Uwe dann weiter nach München.

Dies ist eine richtig schöne Abschlussrunde geworden. Ein Teil der Strecke ist bekannt, ein Stückchen für mich neu. Da ich bei der Hinfahrt schon ein Retourticket gelöst hatte (nur 2 € teurer als die Einzelfahrt) bin ich schnell durch die Mautstelle. Vor hier aus habe ich dann in Sölden Meldung gemacht und bei unserer Ankunft an der Ferienwohnung standen Kaffee und Kuchen zur Stärkung auf dem Tisch.

Nach der kleinen Kaffeepause lade ich den Ballast vom Motorrad und bringe Erika und Uwe noch zum Inntal hinunter, denn ich muss meinen Tank noch leer fahren, sonst ist der Bär zu schwer für den Hänger *lach*.

Auf der zügigen Rückfahrt testet ein Einheimischer noch mal meine Nerven, denn nach Ende eines Überholverbotes muss dieser Schluchti überholen und schafft es nicht vor der Kurve wieder auf seiner Spur zu sein. Ging noch mal gut.

Zusammenfassung: eine tolle Woche, die ich wiederholen werde!

Bilder gibt es hier.

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