Tourenberichte

01. bis 08.09.2012 - Dolomitentour 2012

Zum dritten Mal steht eine Tour in die Dolomiten auf dem Plan. Die Vorbereitungen begannen bereits im letzten Jahr und ich habe mich für die Tour zeitig angemeldet. Nachdem 2009 die letzte Tour wegen beruflicher Verpflichtungen einen Tag vor Beginn abgesagt werden musste, hat es heuer geklappt. Ich kann an dieser Tour teilnehmen.

Da ich im Ötztal zeitgleich meinen Jahresurlaub verbringe ist die Anreise für mich nicht so weit wie für die übrigen Teilnehmer. Angelika, Erika, Bernd und Uwe reisen bereits mittwochs per Autoreisezug nach München an. Uschi D., Jürgen und Rainer W. fahren mit dem Auto zeitgleich ins Zillertal. Beide Gruppen machen einen kleinen Umweg über den Gardasee und wollen am Samstag an unserem Quartier sein.

Ich werde von Martina, Rainer E., Ralph und Uli in Sölden abgeholt. Meine Mitfahrer sind per PKW und Hänger mit ihren 4 Motorrädern nach Wildsteig gefahren und haben hier übernachtet.

Wir sind im Hotel Schmung auf der Seiser Alm hervorragend untergebracht. Rainer W. teilt mit mir eines der großzügigen Zimmer im Neubauteil. Das Frühstücksbuffet ist gut und das abendliche 5-Gang-Menü mehr als ausreichend. Lediglich die Kosten für die Getränke sind gewöhnungsbedürftig - ein Bier zu 5,00 € und ein Willi ohne Birne zu 2,60 €. Im Gegensatz zu 2006 gibt es jeden Morgen die Rechnung des Vorabends zur Kenntnis. Da ist die Überraschung am Zahltag nicht ganz so groß und das ist auch gut so. 


Diese Pässe haben wir befahren: Brenner, Passo di Campolongo, Passo Duran, Passo di Fálzarego, Passo di Fedaja, Gampenjoch, Passo Giau, Grödnerjoch, Jaufenpass, Karerpass, Lavazéjoch, Mendelpass, Nigerpass, Panider Sattel, Penserjoch, Passo di Pordoi, Ritten, Sellajoch / Col de Toi, Passo di San Pellegrino, Forcella Staulanza, Passo San Lugano, Timmelsjoch, Passo Valparola


Infos zu den einzelnen Tagen: 01.09.2012 (Anreise) - 02.09.2012 (Lüsental - Sarntal - Ritten) - 03.09.2012 (Passo Duran) - 04.09.2012 (nach Bozen) - 05.09.2012 (Sellarunde) - 06.09.2012 (um die Marmolada) - 07.09.2012 (um Bozen)08.09.2012 (Rückreise) - Fazit
GPS-Dateien


01.09.2012 - Anreise

Verabredet war ein Treffpunkt an der BP-Tankstelle in Sölden so gegen 10:00 - 11:00 Uhr. Hier hat jedoch der Wettergott was dagegen gehabt. Seit Donnerstag hatte sich das Wetter verschlechtert. In der Nacht auf Samstag ging die Schneefallgrenze auf 2.000 Meter zurück. Die geplante Fahrt über das Timmelsjoch mit seinen 2.509 Metern ist nicht mehr sehr einladend. Am frühen Morgen haben wir in Hochgurgel - auf Höhe der Mautstation - minus 4,5° C. Die Mautstraße ist in den Wolken verschwunden. Wegen der Wetterprognose hatten wir am Freitag bereits beschlossen uns lieber am Beginn des Ötztals zu treffen um dann gegebenenfalls über den Brenner zu fahren.

Leider zieht sich die Fahrt meiner Mitfahrer über den Fernpass länger hin als geplant, so warte ich geduldig an der Tankstelle während meine Sachen von den leichten Regen trocknen.

Nach der Begrüßung und einer kurzen Pause für meine Mitfahrer geht es gegen 1200 unter meiner Führung über die B171 Richtung Innsbruck und dann über die alte Brennerstraße nach Süden. Auf der alten Brennerstraße geht es teilweise wegen Geschwindigkeitsbegrenzung mit 50 km/h voran. Ist mal keine Geschwindigkeitsbegrenzung tummeln sich Wohnmobile auf der Strecke, die immer dann beschleunigen, wenn es eine Möglichkeit zum Überholen gibt. *Zorn*. Der Blick auf einen Unfall auf der Gegenseite - die Polizei regelt schon den Verkehr - lehrt wieder Demut, ein Motorrad ist frontal in Höhe des linken Scheinwerfers auf ein entgegenkommendes Auto gefahren. Auto und Motorrad sahen nicht gut aus, Personenschäden scheint es wohl nicht gegeben zu haben. Kurz hinter Steinacht am Brenner in Wolf machen wir an einer unscheinbaren Gaststätte Mittagspause.

Das Essen ist gut und reichlich, wenn auch die Köchin etwas gewöhnungsbedürftig ist. So bekommen wir die Mitteilung Bratwurst ist aus. Punkt. Eine Alternative müssen wir uns ausdenken, so wird eine Grillwurst bestellt. Die gibt es. Schon merkwürdig.

Nach der Rast hat sich das Wetter gebessert, es ist zwischenzeitlich trocken und die Sonne lässt sich blicken. Es geht unter Ulis Führung unserem Ziel entgegen. Leider fahren wir nur wenige Kilometer bis kurz vor Gries am Brenner dann geht es nur noch im Stop-and-Go-Tempo weiter. Eine Schlange weiter als das Auge reicht. Bis nach Vipiteno (sprich Sterzing). Fast 20 Kilometer - eine Qual. Wir nutzen die Wendigkeit der Motorräder und fahren wo es möglich ist an den wartenden Blechdosen vorbei. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel netten Autofahrer Platz machen, so dass wir gut vorankommen. Aber es gibt auch immer wieder ein paar Vollpfosten, die bewusst nach links fahren um die Fahrbahn zu blockieren - komme ich nicht weiter, dann ihr auch nicht.

Nach Vipiteno geht es mit normaler Geschwindigkeit weiter nach Süden und wir können bald einen Blick auf den Schlern in der Sonne werfen - ein tolles Bild. Dann dauert es nicht mehr lange und wir sind gegen 1700 am Ziel - die erste Gruppe die angekommen ist.

Die Zimmer werden verteilt und mit Beschlag belegt und ein erstes Bier geordert. Dann kommt auch der zweite Teil unter Uwes Führung an. Die Gruppe ist voll im Regenzeug verpackt und erzählt von den Tauchfahrten der letzten Tage. Regen und noch mal Regen. Der Ausflug zum Gardasee sollte mit einer Überfahrt gekrönt werden. So fuhr die Gruppe auf der Westseite des Sees nach Süden zur Fähre. "Heute keine Überfahrt, die Wellen sind auf der Ostseite zu hoch", der Fährmann kann nicht anlanden. Also wieder den Weg zurück nach Norden, durch die Staus und die vielen Tunnel. Zermürbende Reise.

Leider gibt es auch einen Crash. In einer Kurve auf einer kleinen regennassen Straße kommt ein Fahrzeug zügig um die Ecke. Vermutlich nach einer Schreckbremsung gibt es einen Sturz - das Motorrad liegt knapp unterhalb der Bankette, der Fahrer purzelt einige Meter ins Unterholz. Gott sei Dank nur ein paar Schrammen und eine Prellung am Handgelenk, das später mit Arnikawickel wieder ins Lot gebracht werden kann. Das Motorrad ist nun ohne linken vorderen Blinker und die Verkleidung und die Scheibe sind auf der linken Seite kaputt. Aber die Maschine ist noch fahrbereit, so kann die Anreise fortgesetzt werden. Auf den Schreck braucht es erst mal einen Schnaps.

Am Abend treffen wir uns alle im Speiseraum und lassen uns verwöhnen. Nach dem Essen wird noch viel geredet, eine oder zwei oder ?? Runde Williams lindern die Strapazen der Anreise. 

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Tourkarte

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02.09.2012 - Tour 1 - Lüsental - Sarntal - Ritten

Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es gegen 1000 los zu ersten Tour. Die Straßen sind noch feucht, die Wolken haben sich noch nicht verzogen. Das Wetter muss besser werden. Wir starten in zwei Gruppen unter Führung von Uwe (Gruppe 1) und Uli (Gruppe 2). Einige Teilnehmer gönnen sich heute eine Auszeit - sie werden unsere Nachzügler Uschi H. und Willi begrüßen, die mit Auto und Hänger kommen.

Runter von der Alm geht es über Kastelruth und durch Laion über die SP139 nach Nordosten. Wir fahren über die Villnöss Landstraße in angemessenem Tempo, die Kurven machen richtig Spaß. An der SP 163 machen wir an der Edelweißhütte eine erste Rast, hier ruft der Cappuccino. Nach der Rast sind es nur noch wenige Kilometer, dann fahren wir ins schöne Lüssental mit seinem engen Sträßchen ein. Es gibt immer noch die vielen Holzbrücken, deren Balken unter den Rädern der Motorräder wie im Takt beim überqueren hochspringen und wieder zurückfallen. Ein paar nette Kurven sind hier auch zu räubern. Es macht hier einfach gute Laune zu fahren. Der Spaß wäre noch größer, wenn das Wetter sich etwas freundlicher zeigen könnte und die restlichen Wolken verschwinden würden.

Nach dem Lüssental hängen wir noch eine Schleife im Norden dran. Auf der Kiener Alm machen wir eine zünftige Jause mit Speckbrot und Bauerntoast. Dann geht es den Rest der Schleife wieder hinab ins Tal und über die Brennerstraße nach Vipiteno. Hier biegen wir zum Penserjoch ab. Dieses Mal ist die Straße auch von Norden aus befahrbar - in 2006 wurde hier noch kräftig gebaut, da war kein durchkommen. Die Fahrt über das Penserjoch führt in eine eher karge Gegend, erfreulicherweise hat der Wettergott ein Einsehen und der Himmel klart auf. Auf dem Joch treffen sich die beiden Gruppen wieder zusammen mit einer ganzen Schar von Motorradfahrern und einigen wenigen Blechdoseninsassen genießen wir die Aussicht auf die Umgebung. Der Blick hinunter ins Sarntal ist schon schön.

Die Abfahrt wird durch eine kleine Blechdose mit örtlichem Kennzeichen interessant gestaltet. Ich fahre wie immer hinten als ich plötzlich von dem Zwerg mit zwei männlichen Insassen überholt werden. Ich war ihm in den Kurven wohl nicht schnell genug. Nach wenigen Metern läuft das Fahrzeug auf Bernd auf, der vor mir fährt. Da geht die Dose voll in die Eisen, da sie nicht vorbei kann. Und eine stinkende dunkle Wolke zieht zum Himmel, die Bremsen haben wohl viel zu leisten. So geht es Kehre um Kehre. Ich vergrößere den Abstand, damit ich nicht in der Stinkwolke fahren muss. An einem Dorf biegen die Einheimischen endlich ab und wir können ungestört weiter fahren.

Nachdem wir den Talboden fast erreicht haben biegen wir nach links ab und fahren über den Ritten weiter. Zunächst geht es noch mal wieder auf einer schmalen Straße in engen Kehren bergauf. An vielen Kehren ist ein Spiegel angebracht, um zu sehen, was hinter der Kehre bzw. auch Kurve kommt - und das ist bei der Straßenbreite auch gut so. Streckenweise passt nur eine Blechdose über die Straße, rechts und links ist Gestrüpp oder Fels. Da darf kein Gegenverkehr kommen. Eine interessante Ecke zum fahren.

In Barbiano gibt es noch einen Kaffee und dann fahren wir hinunter ins Tal der Isarco (Eisack) und wieder hoch zur Seiser Alm.

Nach 8,5 Stunden haben wir unseren Ausgangspunkt erreicht und müssen uns sputen, denn um 1900 gibt es das Abendessen. Der Abend klingt mit netten Gesprächen und wärmenden Getränken (Willis ohne Birne) aus. 

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03.09.2012 - Tour 2 - Passo Duran

Das Wetter soll südöstlich der Alm besser sein, so steht heute die Tour zum Passo Duran auf dem Programm. Gegen 0930 machen wir uns wieder in zwei Gruppen auf den Weg. Es geht zunächst nach Kastelruth und auf den Panider Sattel. Von hier fahren wir über den Sella del Culac aufs Grödnerjoch.

Kurz vor dem Grödnerjoch sehe ich hinten unsere Gruppe 1 anfliegen, die zeitlich ins Hintertreffen gekommen ist (wohl verfahren *grins*). Ich werde locker überholt und lasse die Drei ziehen. Als aber dann vor einer Rechtskehre die restliche Gruppe auch noch überholt wird, glaube ich es nicht. Hier sind wohl ein paar Drähte locker oder falsch verkabelt. Nach gefühlten 3 Minuten treffen wie die Rennfahrer auf dem Parkplatz hinter dem Rifugio Alpino. Was war das für eine Nummer? Wird zu klären sein. Noch ein Rundblick auf die von Wolken teilweise bedeckten Berge und dann geht es schon wieder weiter.

In Corvara in Badia gibt es eine kleine Pause - der Cappuccino ruft. Nach der Pause ruft der Passo di Campolongo. Den Colle Santa Lucia lassen wir links liegen und fahren auf der anderen Talseite entlang. Der Halt zur Mittagspause ist am Forcella Staulanza. Auch hier sind die Bergspitzen noch in Wolken gehüllt. In dem Gasthaus essen wir eine Kleinigkeit, denn am Abend erwartet uns wieder ein großes Menü. Als wir wieder losfahren beginnt es zu tröpfeln. Es fallen dicke Regentropfen herunter, die aber schon nach wenigen Kehren wieder verschwinden. Da haben wir noch mal Glück.

Von Dont geht es eine kleine Straße mit teils starken Steigungen hinauf zum Passo Duran. Hier ist konzentriertes Fahren angesagt - aber es macht richtig Spaß. Auf der Passhöhe speist die Gruppe 1 und lässt es sich gut gehen. Die Straße wird bei der Abfahrt nicht breiter so heißt es aufpassen. Ich bekomme einen richtigen Schreck als mich ein Motorrad mit ausladenden Koffern überholt und neben mir das Gas aufdreht. Ich sehe seinen Mitfahrer und winke ihn durch. Es gibt halt Leute die sind schneller und können um die Ecken schauen. Nach kurzer Zeit kommt eine Gruppe aus Wien, angeführt von einer blonden in weißem Leder gekleideten Maid, die uns zeigt, wie man hier richtig Motorrad fahren kann. Ich stelle fest, aus dem Alter bin ich raus. Dennoch hat die Abfahrt Laune gemacht.

Von Agordo geht es über die SP346 weiter zum Passo di San Pellegrino. Nun kenne ich die Strecke, die mein Wasser beim heimischen Italiener zurücklegen muss und kann den horrenden Preis verstehen *grins*. Von Moena wollen wir zum Karerpass. Wir verpassen hier jedoch den Abzweig, da sich das Navi des Guides aufhängt hat und es eine Weile dauert, bis alles wieder läuft. Wir kommen bis kurz vor Mazzin und drehen wieder um. Vom Karerpass geht es weiter auf den Nigerpass zu. Kurz vor dem Pass kehren wir noch mal auf einen Eiskaffee / -Schokolade bzw. ein Eis ein.

Dann geht es gestärkt weiter Richtung Alm. In der Kehr 3 kurz vor San Cipriano passiert das Unglaubliche. Ein Mitfahrer unserer Gruppe hat einen Unfall, er fährt in die Stützmauer der Linkskurve. Nach einem Flug vorbei an Bäumen, einem Schild und über eine offene Schranke kommt es zu einer unsanften Landung auf einem Waldweg. Das Procedere beginnt - erst die Bergrettung, dann das Weiße Kreuz, dann der Rettungshubschrauber Pelikan 2, dann die Polizei und zuletzt der Abschlepper für das Motorrad. Wir stehen alle unter einem Schock und bekommen viel Unterstützung von anderen Verkehrsteilnehmern. Ein Ehepaar organisiert die Rettungskräfte, ein vorbeikommender Arzt unterstützt, Motorradfahrer helfen bei der Verkehrssicherung. Das läuft alles vorbildlich. Nur was ist mit unserem Mitfahrer?
Die Gruppe 1 trifft auf den Unfallort und ist geschockt. Wir verabreden, nachdem alles seinen Gang geht, dass einige schon zur Alm zurückfahren. Ich bleibe mit zwei Mitstreitern vor Ort. Nachdem das zerstörte Motorrad und die restlichen Einzelteile verladen sind treten wir auch den Heimweg zur Alm an. Ein komisches Gefühl beim fahren bleibt.

Willi und ein weiterer Mitfahrer fahren mit dem PKW nach Bozen in die Klinik um zu sehen, welche Folgen der Unfall hat. Der Rest der Gruppe sitzt beim Abendessen - die Stimmung ist gedrückt. Eine gute Gelegenheit unseren Rasern den Kopf zu waschen, was ausreichend getan wird. Gegen 2130 dann die fast gute Nachricht - nur ein doppelter Oberschenkelbuch der noch in der Nacht erfolgreich operiert wird. Da waren wohl viele Schutzengel tätig, denn die Unfallfolgen hätten um vieles schlimmer sein können. Auf die gute Nachricht bei diesem Unglück gibt es erst mal einen Schnaps. Und dann ab ins Bett.

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04.09.2012 - Ausflug nach Bozen

Nach dem Erlebnis des gestrigen Tages haben heute nicht alle Teilnehmern Lust auf eine Tour. So mache ich mit Uschi D., Uschi H., Jürgen, Ralph, Rainer und Willi einen Ausflug nach Bozen. Das Wetter zeigt sich noch nicht von seiner guten Seite, es ziehen noch dicke dunkle Wolken durch.

Wie kommen wir nach Bozen? Nach dem wir uns bei den Einheimischen schlau gemacht haben entscheiden wir uns für die vor dem Hotel verlaufene Seilbahn, die nach Seis führt. Der Preis beträgt für die Hin- und Rückfahrt 14,00 €, genau wie der Bus (Zufall das auch das Parken auf der Alm 14,00 € kostet?). Nach einer ruhigen Fahrt mit Talblick müssen wir von der Talstation ein Stückchen den Hang hinunterlaufen und auf den Bus nach Bozen warten, der in 10 Minuten kommen soll. Ein anderer Bus aus Seis der zur Talstation fährt macht Handbewegungen die darauf hindeuten das er Zweifel hat ob wir mit dem Bus fahren können. Mit uns stehen noch einige andere Fahrgäste und blicken der Ankunft unseres Busses entgegen. Dann kommt er endlich - und ist voll. Der Fahrer zählt die Wartenden und die im Bus Stehenden. Wir dürfen für 3,50 € einsteigen und bitten die Stehenden im Bus aufzurücken - der Bus ist voll. Er fährt an den weiten Haltestellen vorbei und lässt viele Wartende stehen. An einer Haltestelle wollen Mitfahrer aussteigen - nur so viele wie ausgestiegen sind dürfen auch zusteigen. Der nächste Bus kommt laut Plan in einer halben Stunde - Geduld ist gefordert. Es haben wohl viele Leute die Idee bei dem nicht so schönen Wetter nach Bozen zu fahren. Natürlich kommen wir 8 Kilometer vor Bozen in einen Stau und es geht nur langsam vorwärts.

Endlich in Bozen angekommen regnet es. Ralph handelt einem der vielen fliegenden Händlern einen der angebotenen Schirme ab und dann kann es losgehen. Wir schlendern durch die Innenstadt auf der Suche nach getrocknete Steinpilze die Uschi H. für Jutta mitbringen soll. Nachdem wir in einem Straßenkaffee kurz Rast gemacht haben setzen wir die Suche fort. Der Regen hat zwischenzeitlich aufgehört, die Sonne lässt sich blicken. Auf dem Weg zum Markt noch schnell ein Stück Pizza auf die Hand - die schmeckt richtig gut.

Wir werden fündig, Steinpilze in allen Größen gibt es hier neben vielen anderen getrockneten Gewürzen und Gemüsen. Ein Hingucker sind auch die Stände mit dem Tiroler Speck und Käse. Da könnte ich zum Räuber werden. Stattdessen gibt es noch ein Brötchen mit Fleischkäse - auch ganz lecker.

Nachdem wir die Altstadt gesehen haben lassen wir uns an einer Eisdiele nieder. Während wir auf das Eis und den Espresso warten schauen wir Bauarbeitern bei der Arbeit zu. Diese entladen in der Fußgängerzone von einem LKW ein Teil einer Klimaanlage in Kleiderschrankgröße mit einem Kran. An zwei Gurten soll dieses Teil aufs Dach des Gebäudes gehoben werden - ohne besondere Sicherung - über die Köpfe der Passanten hinweg. Absperrung Fehlanzeige. Gut das die Gewerbeaufsicht hier nicht zu gegen ist. Die Baustelle wäre sofort dicht. Aber alles ist gut gegangen. Also wieso die Aufregung.

Noch einen Blick auf das Ötzi-Museum mit der langen Menschenschlange und dann geht es zum Busbahnhof. Die Rückfahrt ist deutlich angenehmer und wir erreichen am frühen Nachmittag die Alm. Hier lassen wir es uns gut gehen und genießen den Tag.

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05.09.2012 - Tour 3 - Sellarunde

Heute Morgen strahlt die Sonne den Schlern rot an - es verspricht ein schöner Tag zu werden. So machen wir uns auf den Weg zu einer neuen Tour.

Erster Halt ist die Autowerkstatt in Seis. Hier schauen wir uns das verunfallt Motorrad an und besprechen den weiteren Fortgang. Die Maschine soll vor Ort verschrottet werden - der Motor ist auf der rechten Seite aufgebrochen, der Rahmen verzogen, der Lenkkopf gebrochen und die Lenksäule abgebrochen. Da ist nichts mehr zu retten.

Mit den Bildern der Maschine im Kopf geht es vorbei an der Unfallstelle über den Nigerpass zum Karerpass. Am Schloss Latemar machen wir ein Pause und werden von einer netten jungen Frau, die ein ausgedehntes Verkaufstraining hinter sich hat oder ein Naturtalent ist, bedient. Sie hat der Gruppe 1 eine Portion Tiramisu verkauft, die Uwe zu genießen weiß. Bei uns hat sie heute nicht so viel Glück, wir bleiben bei Wasser und Espresso. Der Ausblick auf den Rosengarten vor blauem Himmel ist schon ein schöner Anblick.

Nach der Rast geht es über den Karerpass weiter zum Col de Toi - oder umgangssprachlich dem Sellajoch. Hier machen wir nur einen kurzen Stopp, denn es ist richtig voll und wir können die Motorräder nur mit Mühe parken. Weiter geht es zum Sella del Culac und zum Grödnerjoch. Auch hier ist der Verkehr ziemlich dicht. Kurz nach dem Joch machen wir eine kleine Mittagspause, hier bekommt Ralph endlich seine Spaghetti Carbonara.

In Badia geht es rechts auf den Passo di Valparola. Das Kriegsmuseum steuern wir zwar an, aber gehen nicht hinein. Als nächstes steht der Passo die Falzarego an. Auch hier ist es richtig voll, wir fahren direkt weiter und steuern den Passo Giau an. Leider ist die Sicht nicht so gut, es hängen viele Wolken an den Bergen. Bei meinem letzten Besuch 2006 hatten wir von hier ein großartige Aussicht; heute ist sie enttäuschen. So fahren wir bald weiter zum Colle Santa Lucia und zum Passo di Podoi. Bei der Abfahrt treffen wir auf unseren Hinweg und fahren über den Karer- und Nigerpass zurück zur Alm. Hier gibt es ein TAB (TagesAbschlussBier) auf der Terrasse. Uwe freundet sich mit einem Katzenjungen an - mal sehn was das gibt.

Kaum sind wir im Haus gibt es einen kräftigen Regenguss. Zeit sich aufzubrezeln, denn heute Abend gibt es einen Empfang mit Umtrunk und Snacks. Der Abend klingt mit guten Gesprächen und Getränken aus.

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06.09.2012 - Tour 4 - um die Marmolada

Nach einem guten Frühstück geht es heute für unsere Gruppe zu einer kurzen Runde um die Marmolada. Um 0915 starten wir bei leicht bewölkten Himmel aber angenehmen Temperaturen von 13,5° C.

Von der Alm geht es nach Süden über Seis, Völs und Tiers zum Nigerpass. Von hier fahren wir Richtung Karerpass und machen am Schloss Latemar eine kurze Pause. Wieder werden wir toll bedient, dieses Mal wohl von der geschäftstüchtigen Schwester unserer Bedienung vom letzten Besuch. Willi darf ein großes Stück Apfelstrudel mit Vanillesoße genießen. Der Rest begnügt sich mit einem Cappuccino oder einem Kaltgetränk. Wieder haben wir einen schönen Blick auf den Rosengarten und heute auch auf das Latemar.

Nach der Pause geht es nicht weiter zum Karerpass sondern wir fahren vorbei an dem Karersee und halten auf das Lavaze-Joch zu. Es geht weiter südlich auf den Provinzstraßen nach Tesero und weiter auf Predazzo zu. Wir fahren weiter östlich über den Passo San Pellegrino und weiter bis Cencenighe-Agordino. Hier biegen wir nach Norden ab und legen in Alleghe eine Mittagsrast ein. In einer kleinen Pizzeria genehmige ich mir eine lecker Speck-Pizza, wirklich ein Genuss.
Noch schnell einen Blick auf den Lago Di Alleghe, dann geht es auch schon weiter über die SR203 und die SP641 zum Passo Fedaia. Eigentlich war geplant über die Staumauer hoch zu einer Jausenstation zu fahren, aber der Verkehr ist so stark, dass wir kaum über die Staumauer gekommen wären. Wir verzichten hier also auf die Pause und fahren weiter über den Col de Toi und später den Panider Sattel zurück zur Alm.

Da wir früh losgefahren sind und nur eine kleine Runde von 226km (mit 6800 Höhenmetern) gefahren sind, erreichen wir die Alm am frühen Nachmittag. Es ist also ausgiebig Zeit für ein TAB.

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07.09.2012 - Tour 5 - um Bozen

Bernd fährt heute bereits nach Hause und verlässt uns nach dem Frühstück. Am heutigen Tag streikt unser Tourguide - Uli geht heute wandern. Da aber genügend Touren vorbereitet waren (sie reichen für gute 3 Wochen Fahrt oder 5.800 km) suche ich eine Tour rund um Bozen für unsere Fahrt aus. So können wir noch einen Stopp in Bozen einlegen und unseren verunfallten Mitfahrer im Krankenhaus besuchen.
Ralph erklärt sich als Tourguide bereit vorzufahren. So geht es mit 4 Motorrädern gegen 0915 los.

Wir fahren über Seis und Völz zunächst bis Cardano. Von hier geht es gen Süden über das Lavaze-Joch nach Cavalese. Nach dem Passo San Lugano machen wir eine kleine Pause, Kaffee muss jetzt sein. Ralph hat ein Problem mit seinem Öl. Die Maschine suppt, da wohl ein Plastikeinsatz mit O-Ring an dem Öleinfüllstutzen nicht mehr dicht ist. Hoffentlich hält die Maschine hier durch.

Nach dem Kaffee geht es vorbei an Obstplantagen hinunter zum Kalterer See (Lago Di Caldaro). Hier will das Navi uns in die Wildnis führen aber die weißen Schilder mit dem roten Rand sprechen Bände. Da machen wir lieber einen Umweg über die Hauptstraße bevor es teuer wird. Es geht vorbei an den Weinbergen und wir erhaschen einen Blick auf den See bei strahlend blauem Himmel. Links geht es zum Mendelpass. Die Straße ist toll zu befahren und wir genießen die Strecke. Kurz hinter der Passhöhe machen wir unsere Mittagspause im Hotel Paradiso. Der Wirt kümmert sich liebevoll um uns und wir erhalten nach unserem Imbiss noch jeder einen Apfel. Erika bekommt sogar noch eine Handmassage verpasst. Dann können wir gestärkt weiterfahren.

Wir fahren noch bis Narano und halten auf Bozen zu. Wir fahren auch hier wieder durch große Obstplantagen. Da wir auf kleinen Straßen unterwegs sind ist der Platz begrenzt. Als in einer Kurve ein Bus auch noch die Kurve schnibbelt, wird es für unseren Guide ziemlich eng; er schafft es ohne Kontaktaufnahme am Bus vorbeizukommen. So was brauche ich nicht mehr.

Da wir nördlich um Bozen fahren wollen, kommen wir direkt am Zentralkrankenhaus vorbei. Hier müssen wir uns nun einen Parkplatz suchen. Da die Schranke mindestens 1,2 Meter vor einem Begrenzungspfosten endet ist genug Platz vorbeizufahren. Wir Jungs parken auf dem großen Zweiradparkplatz für die Angestellten, der jetzt fast leer ist. Erika sucht sich lieber einen Platz am Straßenrand.

Es ist erfreulich festzustellen, dass es unserem Lazarus schon wieder ganz gut geht und im Rollstuhl das Krankenhaus unsicher macht. In der Cafeteria versuchen wir das Geschehene zu verarbeiten und Gründe zu finden. Das Erinnerungsvermögen ist hier nur noch eingeschränkt vorhanden. Toll ist die Nachricht über die geplante Heimreise am Montag mit einem Liegendtransport zum heimischen Krankenhaus. Das italienische Temperament kann einem wohl den Schlaf rauben. Wir verabschieden uns mit den besten Genesungswünschen und den Wünschen für eine sichere Heimreise.

Für uns geht es dann mit den Motorrädern wieder weiter. Zunächst fahren wir unter meiner Führung das Sarntal hinauf um dann nach Osten über den Ritten zu fahren. Wie oben bereits beschrieben ist die Straße an vielen Stellen nicht gerade breit. Aber es gibt wohl Biker, die andere Augen haben und mit hoher Geschwindigkeit um nicht einsehbare Ecken flitzen. Weiß der Himmel was diese Leute reitet. Wir passieren einen großen Ölfleck der abgestreut ist. Er sieht noch ziemlich frisch aus.
Wir erreichen die Alm gegen 1700. Noch ein TAB ist drin. Wir sitzen in der Sonne und genießen das Bier, da kommt Helga, unsere Wirtin, auf uns zu und fragt, ob wir alle wieder angekommen sind. Heute Nachmittag ist ein rund 50jähriger Motorradfahrer am Ritten tödlich verunglückt - unser Ölfeck kommt in Erinnerung. Enge Straße, enge Kurve, viel Gefälle bzw. hohe Steigung - und dann passen Auto und Motorrad bei zu hoher Geschwindigkeit nicht mehr aneinander vorbei. Wir sind alle heil angekommen.

Jetzt geht es erst einmal in die Dusche, dann schon mal einen Teil der Sachen packen, denn morgen geht es wieder nach Hause. Vorher wird noch mal ein schöner Abend mit den weiblichen und männlichen Mitfahrern verlebt und ein Glas Wein getrunken.

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08.09.2012 - Rückreise

Heute heißt es Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Während Uschi H. und Willi noch einen Tag bleiben, müssen wir anderen heute die Taschen packen und auf den Motorrädern verstauen.

Angelika und Uwe können es nicht abwarten und sind bereits kurz nach 0800 auf dem Weg nach Hause. Sie wollen die Autobahn nutzen und heute noch zu Hause ankommen. Uschi D., Jürgen und Rainer W. fahren gegen 0830 in Richtung Zillertal, hier wartet das Auto mit einem Hänger. Die Weiterfahrt ist für morgen geplant.

Die restlichen Recken bringen mich zurück nach Sölden und wollen dann weiter nach Wildsteig im Allgäu. Nach einer Übernachtung geht es mit Auto und Hänger zurück nach Hause.

Wir starten um 0845 und fahren hinunter nach Ponte Gardena. Von hier geht es über die Brennerstraße bis nach Vipiteno (zu deutsch: Sterzing). Hier zweigen wir ab zum Jaufenpass. Die Auffahrt zur Passhöhe bzw. zum Jaufenhaus ist wieder mal durch hohes Verkehrsaufkommen gekennzeichnet. Stellenweise kommen wir nur zäh voran. Am Jaufenhaus treffen wir auf eine Gruppe mit echten Oldtimer-Maschinen die wir während unserer Kaffeepause bewundern können.

Die Abfahrt nach San Leonardo wird zum Geduldsspiel. Wir haben einen Bus vor uns. Es dauert eine Ewigkeit bis jeder von uns dieses Teil überholen kann. Einmal am Bus vorbei gehört die Straße mir denn es kommt hinter mir lange kein Fahrzeug. Irgendwann kommen dann Motorräder angeflogen, die wohl nicht nur besser fahren können als ich, sie können vor allem auch besser sehen. In San Leonardo treffen wir uns alle in einer Parkbox wieder.

Jetzt geht es hinauf zum Timmelsjoch. Auch hier das gleiche Bild. Viel Verkehr und Leute mit besseren Augen. Die Spitze sind zwei Go-Kart-Fahrer, die mit ihren flachen Gefährten fröhlich in Kurven an Steigungen überholen. Der Spaßfaktor bei dem Verkehr und den mutigen Verkehrsteilnehmern ist eingeschränkt. Wir erreichen wohlbehalten die Passhöhe, jedoch ist auch viel los, so dass wir nicht anhalten und direkt weiterfahren. Die österreichische Seite ist dagegen nicht so voll, von ein paar Kühen mal abgesehen. Hier kommen wir zügig vorwärts und landen an der Mautstation. Zahlung ist nur von Motorrad aus möglich und dank der Handschuhe etwas umständlich. Eine kurze Rast bis alle ihren Obolus geleistet haben, denn geht es hinunter ins Tal.

Kurz vor Sölden fahre ich nach vorne und führe die Gruppe über eine kleine Zufahrt nach Sölden-See. Hier kehren wir in ein Restaurant ein und machen Mittagspause. Nach der Pause heißt es für mich Abschied nehmen, denn ich habe nur noch wenige Meter zur unserer Ferienwohnung.

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Fazit

Die Tour in die Dolomiten ist zu Ende. Diesem Mal habe ich auch unter den Eindrücken des Unfalls ein gemischtes Gefühl zur Tour. Es gab schöne Stunden, aber auch Einschränkungen durch den Verkehr und das in den ersten Tagen nicht so schöne Wetter.

Ich sage Dank an den Organisator Uli, der auch für mich der Hauptguide war. Dank auch Ralph für seine Führung am Freitag. Dank auch an die Mitfahrer und die übrigen Teilnehmer für die netten Gespräche während der Tour und an den Abenden. Unserem Unfallopfer wünsche ich baldige Genesung und die vollständige Wiederherstellung von Körper und Geist.

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